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Motorrad-Osterbrunnentour durch die Fränkische Schweiz

Geschwand

Unsere Tour beginnt in Pottenstein und hat eine Länge von ca. 200 km. Bewusst etwas kürzer gehalten, da bleibt genügend Zeit zum Schlemmen und Fotografieren ...

Laut mündlichen Überlieferungen besteht der Brauch, Brunnen an Ostern zu schmücken, schon seit über 100 Jahren. Entstanden ist er angeblich in der Fränkischen Schweiz. Der Hauptgrund für das Schmücken von Brunnen, Quellen, Brückengeländern und Nadelbäumen ist vor allem im Glauben und in der Bedeutung des Wassers für die Existenz von Leben zu sehen - insbesondere für die wasserarme Hochebene der Fränkischen Schweiz.

Dem eigentlichen "Brunnenputzen" geht das sog. "Brunnenfegen" - das Reinigen der Anlage - voraus. Spätestens am Karfreitag sind die Brunnen dann geschmückt und in der Regel bis ca. zwei Wochen nach Ostern zu bewundern. Ausnahmen bestätigen diese Regel.

Pottenstein a. ...

Die Osterbrunnentour startet in Pottenstein in Richtung Tüchersfeld. Die Straße führt uns kurvig entlang den Jurafelsen der Fränkischen Schweiz.

Tüchersfeld
Typischer als hier in Tüchersfeld im Püttlachtal kann die Fränkische Schweiz kaum sein: Hochaufragende Felsen über Fränkischen Fachwerkbauten. Im ehemaligen "Judenhof" ist heute das Fränkische-Schweiz-Museum untergrebracht und bietet eines der beliebtesten Fotomotive der Fränkischen Schweiz. Wir biegen rechts ab und verlassen das Felsendorf Tüchersfeld in Richtung Hasslach. Die Landstraße kommt sehr gut ohne Mittelmarkierung aus und führt uns hinauf nach Rackersberg und mit leicht geschwungenen Kurven wieder hinunter nach Hasslach. Wir passieren Hohenmirsberg, biegen wenig später links auf einen kurvigen Abschnitt nach Freiahorn ab und erreichen kurz darauf Volsbach. Von hier nehmen wir Kurs auf Waischenfeld. Sattgrüne Wiesen wechseln sich ab mit kurzen Waldpassagen und wir kommen zum festlich herausgeputzten Osterbrunnen in Zeubach.

Zeubach
Waischenfeld

Steil abfallende Felshänge begleiten uns auf den nächsten Kurven bis nach Waischenfeld, wo uns der nächste Osterbrunnen erwartet. Entlang der Wiesent führt uns die Strecke anschließend bis zum Abzweig nach Saugendorf. Wir haben die schmale Landstraße für uns alleine und zwischen Gösseldorf und Seelig erwartet uns ein besonderes Schmankerl, das wir natürlich für eine kurze Pause nutzen. Am Motocrossgelände des Motorradsportclub Fränkische Schweiz können wir die Sprung- und Fahrfähigkeiten des Motocross-Nachwuchs bewundern. Nach der beeindruckenden Vorführung setzen wir unsere Acht-Zentner-Fuhre wieder in Gang und ich dachte noch einen kurzen Augenblich über die Leichtigkeit des Motorradfahrens nach.

Im Tal bei Aufs...

Über Hubenberg kommen wir nach Breitenlesau. Die Kreisstraße ist gesäumt von Feldern und Wiesen und bietet neben der einen oder anderen Kurve auf jeden Fall völlige Abgeschiedenheit vom Starßenverkehr. Bei Wüstenstein verwöhnt uns die Strecke mit schönen Kurven und entlang der Aufsess geht es kurvig nordwärts in die gleichnamige Gemeinde, die im Jahr 2000 durch einen Eintrag ins Guinnessbuch (größte Brauereindichte nach Einwohnern – vier Brauereien bei 1400 Einwohnern) von sich reden machte. Auch der Bikertreff "Kathi-Bräu" im Ortsteil Heckenhof trägt wahrscheinlich nicht unwesentlich zum Bekanntheitsgrad des Ortes bei. Wir verlassen den Ort nordwärts und werden auf den nächsten Kurven fast bis Neuhaus noch von der Aufsess durch das breite Tal begleitet.

Bei Herzogenreu...
Bei Laibarös

Der folgende Abschnitt über Sachsendorf und Hollfeld nach Königsfeld wird wohl nicht wegen seinem Kurvenreichtum bekannt werden, sondern ist eher von sattgrünen Wiesen und gelegentlichen Waldabschnitten geprägt. Wir erreichen Laibarös und die Strecke wird danach wieder etwas kurviger. Die schmale Landstraße passt sich harmonisch in die Felder, Wiesen und Wälder ein. Kurz darauf biegen wir links ab und nehmen Kurs auf Heiligenstadt, wo uns einer der schönsten Osterbrunnen der Tour erwarten wird. Hier im Landkreis Bamberg zeigt sich die Landschaft Oberfrankens von seiner offenherzigen Seite. Bei Herzogenreuth schlängelt sich das schmale Asphaltband durch die Weite der Natur, während am Horizont ein paar Windräder ihren Dienst verrichten. Man ist fast versucht, die Seele etwas baumeln zu lassen, wären da nicht ein paar Kurven, die doch die ganze Aufmerksamkeit verdienen.

In Oberleinleiter passieren wir noch einen liebevoll geschmückten Osterbrunnen und erreichen kurz darauf Heiligenstadt in Oberfranken. Auf dem Marktplatz der Marktgemeinde im Leinleitertal finden wir den herausgeputzten Osterbrunnen. Verkaufsstände umrahmen den Brunnen - naja, "Wer's braucht!"

Heiligenstadt

Wir verlassen Heiligenstadt entlang der Leinleiter in süd-östliche Richtung und biegen kurz vor Veilbronn links ab. Kurvig geht es hinauf nach Siegritz. Trotz der "nur" 470 m Höhe kommt es uns vor wie auf einer Höhenstraße, als wir den Landkreis Forchheim erreichen.

Ebermannstadt
Nach Gößmannsberg nehmen wir den Abzweig nach Voigendorf und Albertshof. Es geht leicht bergab und wir haben wieder einmal Landschaft und Straße fast für uns allein. Bei Behringersmühle treffen wir wieder auf eine alte Bekannte - die Wiesent. Sie wird auf dem kurvigen und landschaftlich eindrucksvollen Abschnitt über Wiesenttal, Streitberg und Gassldorf nach Ebermannstadt unsere ständige Begleiterin sein. In Ebermannstadt erwarten uns auf dem Marktplatz gleich zwei Brunnen - wobei der Marienbrunnen als Osterbrunnen herausgeputzt ist. Die Fachwerkhäuser rund um den Marktplatz und der Erlebnisbrunnen mit den Skulpturen des 2011 verstorbenen Bildhauers Harro Frey geben diesem Ort ein äußerst angenehme und gemütliche Atmosphäre. Wir verlassen die heimliche Hauptstadt der Fränkischen Schweiz - wie sich die Gemeinde selbst gern nennt - und erreichen in Wiesenthau den nächsten Osterbrunnen.

Bieberbach

Über Leutenbach und Hundsboden kommen wir nach Egloffstein. Auch dieser Tourabschnitt kann durch absolute Verkehrsarmut gepaart mit herrlicher Landschaft punkten. "Über die Dörfer" führt unsere Tour auch weiterhin schön abwechslungsreich und wir steuern langsam aber sicher auf den bekanntesten Osterbrunnen der Fränkischen Schweiz zu. Seit der Aufnahme des Osterbrunnes von Bieberbach ins Guinness Buch der Rekorde im Jahr 2000 hat sich der Ortsteil von Egloffstein zum wahren Mekka der Osterbrunnen-Touristen entwickelt. Besucher werden busweise zum "schönsten und größten Osterbrunnen der Welt" angekarrt. Wir verlassen das geschäftige Treiben wieder und setzen unsere Fahrt auf einsamen Landstraßen fort.

Obertrubach

Bei Geschwand zieht ein weiterer, sehr liebevoll hergerichteter Osterbrunnen die Aufmerksamkeit auf sich. Auch Familie Hase hat hier auf einer Bank im Schatten eines Baumes Platz genommen und erwartet die Besucher. Ein paar Kilometer und Kurven später erreichen wir Obertrubach. Hier im Wander- und Klettterparadies der Fränkischen Schweiz finden wir einen weiteren Osterbrunnen, der sich in exponierter Lage vor einem steil aufsteigenden Steingarten den Blicken der Besucher stellt. Wir machen noch einen Schlenker über Weidenfels und kommen über Betzenstein, Weidensees und Bronn wieder zurück nach Pottenstein. Dieser letzte Tourabschnitt bietet noch einmal Gelegenheit die besondere Landschaft der Fränkischen Schweiz mit ihren hochaufragenden Jurafelsen zu genießen.

Streckenlänge ca. 200 km, reine Fahrzeit ca. 3,5 Stunden. Die Streckenlänge ist bewusst etwas kürzer gehalten, da die Tour durchaus zur Foto-Safari werden kann. Gefahren im April 2011.

Karte zur Tour

Osterbrunnentour durch die Fränkische Schweiz ab Pottenstein.

Screenshots aus Garmin Mapsource/CityNavigator NT
mit Kartenmaterial von NAVTEQ

Alle Bilder zur Tour

Video zur Tour

 

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